
Aktualisiert am 11. August 2026
Auf den ersten Blick klingt es nach zusätzlicher Sicherheit: noch ein paar Hübe mit der Fettpresse, damit das Lager auf jeden Fall ausreichend versorgt ist. In der Praxis kann genau das Gegenteil eintreten. Zu viel Fett erhöht den Reibungswiderstand im Lager, steigert die Betriebstemperatur und kann den Schmierstoff schneller altern lassen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang unter anderem von Churning: Die Wälzkörper müssen überschüssiges Fett verdrängen, wodurch zusätzliche Reibung und Wärme entstehen.
Die möglichen Folgen reichen von erhöhtem Energiebedarf und Schmierstoffverlust bis hin zu Dichtungsschäden und vorzeitigem Lagerverschleiß. Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst viel Fett einzubringen, sondern die richtige Menge zum richtigen Zeitpunkt.
Überschmierung entsteht selten aus Nachlässigkeit. Häufig sind es etablierte Routinen und fehlende Transparenz, die dazu führen, dass mehr Fett eingebracht wird als tatsächlich benötigt wird.
Typische Ursachen sind:
Besonders kritisch ist das bei schnell laufenden Lagern. Hier kann überschüssiges Fett den inneren Widerstand deutlich erhöhen und dadurch zusätzliche Wärme erzeugen.

Überschmierung lässt sich nicht immer eindeutig an einem einzelnen Merkmal erkennen. Mehrere Anzeichen liefern jedoch wichtige Hinweise.
Austretendes Fett ist eines der offensichtlichsten Warnzeichen. Es kann auf eine überfüllte Lagerstelle, erhöhten Druck oder eine bereits beeinträchtigte Dichtung hinweisen.
Eine ungewöhnlich hohe oder nach dem Schmieren deutlich ansteigende Lagertemperatur sollte untersucht werden. Dabei gilt: Sowohl Überschmierung als auch Mangelschmierung können zu erhöhten Temperaturen führen. Entscheidend ist deshalb der Vergleich mit bekannten Normalwerten.
Dröhnen, ungewöhnliche Laufgeräusche oder zunehmende Vibrationen können auf einen veränderten Schmierzustand oder bereits vorhandenen Lagerverschleiß hindeuten. Mehr Fett sollte deshalb nicht automatisch die erste Reaktion sein.
Wenn eine Schmierstelle deutlich mehr Fett benötigt als vorgesehen, lohnt sich eine Ursachenanalyse. Möglicherweise wird zu häufig geschmiert, die Einzelmenge ist zu hoch oder mehrere Mitarbeiter versorgen dieselbe Stelle.
Fettablagerungen an Maschinen, Schutzabdeckungen oder Böden verursachen nicht nur Reinigungsaufwand. Sie können auch auf eine systematische Überversorgung oder undichte Dichtungen hinweisen.
Überschüssiges Fett muss im Lager verdrängt werden. Bei schnell laufenden Wälzlagern kann dadurch der Reibungswiderstand steigen. Die zusätzliche mechanische Arbeit wird in Wärme umgewandelt.
Diese Wärme kann wiederum die Alterung des Schmierstoffs beschleunigen. Gleichzeitig kann überschüssiger Fettdruck Dichtungen belasten und dazu führen, dass Schmierstoff aus dem Lager austritt.
Damit entsteht ein ungünstiger Kreislauf:
zu viel Fett → höhere Reibung → mehr Wärme → schnellere Schmierstoffalterung → schlechtere Schmierbedingungen
Wichtig: Nicht jede Temperaturerhöhung oder jeder Lagerausfall ist auf Überschmierung zurückzuführen. Bei der Ursachenanalyse müssen unter anderem Drehzahl, Last, Lagerbauart, Schmierstoff, Umgebungstemperatur und Dichtungszustand berücksichtigt werden.

Die benötigte Fettmenge sollte nicht nach Gefühl bestimmt werden. Für viele Wälzlager kann eine etablierte Berechnungsformel als Ausgangspunkt dienen:
G = 0,005 × D × B
Dabei steht:
Die Formel ist als Orientierung zu verstehen. Herstellerangaben zum jeweiligen Lager und Schmierstoff haben Vorrang. Bei speziellen Anwendungen – beispielsweise hohen Drehzahlen, hohen Temperaturen oder besonderen Belastungen, sollte die Schmierstoffmenge individuell ausgelegt werden.

Nicht jede Schmierstelle benötigt dieselbe Menge oder dasselbe Intervall. Entscheidend sind unter anderem Drehzahl, Belastung, Temperatur, Lagergröße und Umgebungsbedingungen.
Statt pauschal nach Kalender zu schmieren, sollten Intervalle anhand der tatsächlichen Anwendung festgelegt und regelmäßig überprüft werden.

Ohne Dokumentation lässt sich kaum nachvollziehen, wie viel Fett tatsächlich verbraucht wird.
Für jede kritische Schmierstelle sollten deshalb mindestens erfasst werden:
Die Integration in ein CMMS kann dabei helfen, Schmieraufgaben unabhängig von Schicht- und Personalwechseln nachvollziehbar zu machen.

Temperatur, Vibrationen, Geräusche und sichtbare Fettspuren liefern wertvolle Informationen über den Zustand einer Schmierstelle.
Besonders effektiv ist die Definition von Referenzwerten für den Normalbetrieb. Veränderungen lassen sich dadurch frühzeitig erkennen und gezielt untersuchen.
Wichtig: Ein auffälliges Lager sollte nicht automatisch mit zusätzlichem Fett versorgt werden. Zunächst sollte geklärt werden, ob tatsächlich Mangelschmierung vorliegt oder beispielsweise ein mechanischer Schaden, eine Verschmutzung oder eine falsche Schmierstoffauswahl die Ursache ist.
Automatische Einzelpunkt-Schmierstoffgeber setzen an einer zentralen Schwachstelle der manuellen Schmierung an: der ungleichmäßigen und schwer planbaren Schmierstoffzufuhr.
Statt in größeren Mengen nachzuschmieren, wird der Schmierstoff kontinuierlich in kleinen, definierten Mengen zugeführt. Dadurch lassen sich Überversorgung und lange Schmierpausen besser vermeiden.
Das bietet insbesondere bei schwer zugänglichen, stark belasteten oder sicherheitskritischen Schmierstellen Vorteile. Gleichzeitig werden Schmierintervalle und Verbrauch planbarer.
In vielen Anwendungen berichten Anwender von einem reduzierten Schmierstoffverbrauch gegenüber der manuellen Handabschmierung. Wie hoch die tatsächliche Einsparung ausfällt, hängt jedoch von der Ausgangssituation, der Schmierstoffauslegung und der jeweiligen Anwendung ab.

GREASEMAX® ist ein gasgetriebener Einzelpunkt-Schmierstoffgeber ohne externe Stromversorgung, Elektronik oder Steuerung. Der Schmierstoff wird über definierte Laufzeiten von 1, 3, 6 oder 12 Monaten kontinuierlich dosiert.
Damit ersetzt das System das manuelle, schubweise Nachschmieren durch eine kontrollierte und planbare Schmierstoffversorgung. Die passende Laufzeit wird entsprechend dem Schmierbedarf der jeweiligen Schmierstelle ausgewählt.
Besonders interessant ist der Einsatz dort, wo manuelle Schmierung regelmäßig zu Problemen führt: an schwer zugänglichen Schmierstellen, bei hoher Anlagenverfügbarkeit oder wenn Schmieraufgaben im laufenden Schichtbetrieb zuverlässig und reproduzierbar ausgeführt werden müssen.
Überschmierung ist kein Zeichen besonders guter Wartung. Zu viel Fett kann Reibung und Temperatur erhöhen, Dichtungen belasten, Schmierstoff schneller altern lassen und letztlich die Lagerlebensdauer verkürzen.
Wer Fettmengen berechnet, Intervalle systematisch festlegt, Verbrauch dokumentiert und den Lagerzustand überwacht, schafft die Grundlage für eine zuverlässige Schmierung.
Automatische Schmierstoffgeber wie GREASEMAX® können diesen Prozess zusätzlich vereinfachen: Sie führen den Schmierstoff kontinuierlich und kontrolliert zu und reduzieren damit eine der häufigsten Fehlerquellen der manuellen Nachschmierung.

Telefon: +49 781 72084
Mail: sales@greasemax.com





